Zwei Bücher, eine Frage


Manchmal trifft man gleichzeitig auf zwei Bücher, die sich gegenseitig zu kennen scheinen.

Gerade lese ich parallel:

„Seele, Sucht, Sehnsucht” von Dr. Mathias Jung – eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem, was Sucht wirklich ist. Nicht nur die offensichtlichen Abhängigkeiten, sondern die stillen: Arbeitssucht, Helfersucht, Co-Abhängigkeit. Das Buch zeigt, wie Zwänge unseren Alltag bestimmen können, ohne dass wir es bemerken. Wie Sucht als Sinnkrankheit funktioniert – und was sie eigentlich sucht.

„Erinnerungen, Träume, Gedanken” von C.G. Jung – seine autobiografische Reise durch das Unbewusste. Ein Buch, das man nicht liest, um Informationen aufzunehmen, sondern um nachzudenken. Über die großen Fragen der Psyche. Über das, was wir in uns tragen, ohne es zu wissen.

Beide kreisen um dieselbe Grundfrage: Was treibt uns wirklich an – und was macht uns unfrei?

Das ist auch eine stoische Frage. Epiktet wusste: Nicht die Dinge selbst beunruhigen uns, sondern unsere Vorstellungen davon. Aber bevor wir unsere Vorstellungen klären können, müssen wir wissen, woher sie kommen. Und genau dabei helfen diese beiden Bücher – auf sehr unterschiedliche Weise.

Was liest du gerade?

— Mara & Elias